Die ungewöhnliche Spur der Vorzeiten ist  der um 1870 entstandene Fabrikhandelsklub.  Hier befand sich die Vereinigung der Angestellten der Aktiengesellschaft der Leinenbetriebe in   Żyrardów.  Der Innenraum wurde mit ungewöhnlichem Prunk ausgestattet.  Zu der Verfügung der Stammgäste waren gemütliche Arbeitszimmer, eine Fachbibliothek mit Lesesaal, ein Billardsaal und Kartenspielzimmer.  Auf dem Stock befanden sich Gästesalons.  Den unvergesslichen Eindruck auf den Besuchern macht der (Ball)Theatersaal mit einer Szene und mit der Vielfalt der Goldüberzüge und den bunteren Wandgemälden.  Der Ballsaal wurde in dem Renaissance Stil mit einigen klassizistischen Elementen eingerichtet.  Linker Hand dieses am sorgfältigsten ausgestatteten Innenraumes war eine Szene, zur Rechten wieder befand sich der hoch placierte, mit einer kunstvollen Balustrade geschlossene Balkon für das Orchester, das seinen Reiz bis heute bewahrt hat.

 

Das Handelsklub in den Zeiten seiner Pracht war belebt - in dem Theatersaal fanden zahlreiche Bälle und Spaßes für die Angestellten, ihre Familien und eingeladene Gäste statt.  Manchmal organisierten die Privatschulen ihre Schulbasare oder  Inszenierungen hier.  Seit 1895 funktionierte die Bibliothek für Fabrikangestellten in dem Gebäude des Handelsklub, die  hauptsächlich die Fachliteratur für technisches Personal zugänglich machte. 

 

Der Charakter und die Bestimmung dieses Gebäude spiegeln am besten folgende Worte:


"Für Angestellte der Fabrik wurde ein Haus der geselligen Versammlungen eingerichtet, sogenannter Handelsklub, das einen großen Saal mit einer Kleinbühne, ein Restaurant, einen Lesesaal und  Billardsaal hat.  Hier finden alle Versammlungen, Konzerte, Tanzabende und  Theateraufführungen statt.  Außerdem die ledigen Angestellten können hier, für einen angemessenen Gebühr, speisen und möblierte Zimmer bewohnen. "

"Car Kołokoł ", 1894.

Mit dem Augenblick des Ausbruches des Ersten Weltkrieges beendete sich der Glanzzeit des Handelsklub.  Der unabwendbare Zerstörensprozess der schönen Säle begann und der Teil der Ausstattung wurde gestohlen.  Erst, gegen das Ende der Okkupation, organisierte die örtliche Intelligenz mit Paul Huld-Laskowski und den Ärzten Władysław Rybkowski und Aleksander Szulc die Gesellschaft der "Selbstunterrichtung" und Polnische Schulgesselschaft in den Mauern von Handelsklub .  Die Säle des Handelsklub renovierte man in den dreißigsten Jahren des XX. Jahrhunderts - leider sah die Renovierung die treue Renovierung der Innenräume nicht vor.

 

Die Geschichte schrieb wechselhafte Szenarios für das Handelsklub, der Kreis seiner Benutzer beschränkte sich, was durch die Okkupation verursacht wurde, aber seine Bestimmung weichte von der ursprünglicher nicht erheblich ab -  hier spielte sich weiter Kultur- und Geselligleben ab.  In dieser Zeit befand sich sog. Deutsches Haus mit einem Café, einer Kantine und Klubzimmern sowie dem Sitz der Hilfspolizeiorganisation "Selbschutz"  in dem Handelsklub.  Nach dem Befreien wechselte das Handelsklub über zehn Bewohner - in den 50-er Jahren des XX Jahrhunderts wurde das Pionierhaus hier eröffnet, anschließend der Kinderhort für die Kinder der Arbeitnehmer der Leinenbetriebe, und seit 1960 die betriebseigene Textilschule für junges Team für die Industrie, anschließend das Betriebskulturhaus der Leinenindustrie in Żyrardów.  In den 70-er Jahren wurden die Rekonstruktions- und konservatorischen Arbeiten ausgeführt, um zu retten, was aus dem früheren Glanz des historischen (Ball)Theatersaales noch blieb.  Der Handelsklub ist ein ungewöhnlicher Zeuge der Kulturrolle, die er in der Geschichte von Żyrardów spielte.

Das Handelsklubgebäude ist in ein Denkmalverzeichnis mit der Entscheidung von 17.05.1975 eingetragen worden.  Im Jahr 2001  erwarb die Gemeinde der Stadt Żyrardów das Gebäude des Handelsklub von der Insolvenzmasse der Leinenbetriebe.  Der Objekt zeigte den schwachen technischen und funktionalen Zustand sowie die von dem Mangel der angemessenen Betreuung über das Denkmal verursachten Vernachlässigungen in dem Augenblick der Übernahme.  Der Handelsklub stellt das Kulturerbe von dem ungewöhnlichen Wert dar, was dank der Restaurierung möglich war, die ihm seinen Glanz zurückgab und den Geist der Geschichte aufweckte.

 

 


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